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Studien aus Deutschland zeigten, dass ca. jede sechste Frau, aber nur jeder zwölfte Mann einmal im Leben eine Depression bekommt. Da beispielsweise Selbstmorde bei Männern dreimal so häufig sind als bei Frauen, ist die Differenz der Depressionhäufigkeit zu bezweifeln. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einer Depressionsblindheit bei Männern.

Ist das („vermeintlich“) starke Geschlecht wirklich so stark oder werden Depressionen bei Männern zu wenig diagnostiziert?
Eine Erklärung könnte sein, dass Männer seltener zur Ärztin oder zum Psychotherapeuten gehen, wenn sie psychische Probleme haben? Männer werden auch in der heutigen Zeit immer noch als stark und leistungsfähig betrachtet. Depression wird häufig als persönliche Schwäche gesehen und Schwäche wird in unserer Leistungsgesellschaft nicht gerne gezeigt. Es kommen oftmals Gedanken auf wie: „Was sollen bloß die anderen denken?“, „Wie wirkt sich das auf meine Karriere aus?“ oder „Ich muss das alleine schaffen und darf mich einfach nicht so anstellen! Ich muss noch härter arbeiten (obwohl ich eigentlich gar nicht mehr kann …)!“
Wer kennt nicht das dazu passende Lied von Herbert Grönemeyer:

Männer haben Muskeln
Männer sind furchtbar stark
Männer können alles
Männer kriegen ’nen Herzinfarkt
Oh, Männer sind einsame Streiter
Müssen durch jede Wand, müssen immer weiter

Männer haben’s schwer, nehmen’s leicht
Außen hart und innen ganz weich
Werd’n als Kind schon auf Mann geeicht
Wann ist ein Mann ein Mann?

Auszug Liedtext: Männer, Herbert Grönemeyer


Gibt es einen Unterschied zwischen weiblicher und männlicher Depression? Machen sich Depressionen bei Männern anders bemerkbar und bedürfen einer anderen Betrachtung?

JA! Männer zeigen häufig andere Symptome als Frauen.

Was sind die wesentlichen Unterschiede der Depressionssymptome:

Männer reagieren häufiger aggressiv, wütend und gereizt („Brüllen statt weinen“). Sie neigen eher zu übermäßigen Alkoholkonsum oder Drogengebrauch. Im sozialen Kontakt sind sie feindseliger, machen schneller Vorwürfe und tendieren zu unkontrollierten impulsiven Handlungen.

Frauen hingegen haben häufiger Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen, verminderten Appetit. Zudem werden öfter begleitende Ängste, Nervosität sowie verschiedene körperliche Beschwerden und Schmerzen beobachtet.

Die Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung!
Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie Veränderungen bei sich wahrnehmen.

Deutsche Depressionshilfe

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